Bisherige Präsidenten und Hofmarschälle:

Präsidenten:

 

1956 – 1968 Gassner Albert
1969 – 1972 Grünberger Bernd
1972 – 1978 Folger Erwin
1978 – 1981 Pollner Anton sen.
1981 – 1987 Sedlmeier Martin
1987 – 1998 Eller Georg
1999 – 2008 Finkenzeller Stefan
2008 2014 Gmeineder Tobias

2014  2015 Pollner Anton jun.

2015 -           Florian Römelsberger

 



Hofmarshälle:

 

Pollner Anton sen.
Folger Erwin
Beresowski Kurt
Grünberger Bernd
Deinböck Walter
Maier Wolfgang
Eggerbauer Tobia
Müller Pat
Karner Martin (Kinderhofmarschall)


Römelsberger Florian

Anton Pollner und Jakob Horsch

     
     

Chronik der TOLLEMOGEI

Es war Ende der 20-er Jahre, als die Geburtsstunde des Faschings in Geisenhausen schlug. Nach vorliegenden Aufzeichnungen war es am Rosenmontag des Jahres 1929, als auf dem Marktplatz ein mit Dampfkesseln beheiztes Circuszelt aufgestellt und ein Faschingsmarkt mit Gauklern, Tanzbären, Seiltänzern, Wahrsagern, eine Tierschau und sogar eine öffentliche Hinrichtung abgehalten wurde. Trotz klirrender Kälte von minus 30 Grad kamen die Zuschauer in Scharen und halfen somit dem Fasching aus den Geburtswehen. Unsere älteren Mitbürger, die damals Kinder waren, erinnern sich bestimmt noch an das große Ereignis, an den damals sonst tristen Wintertagen, unter der Regie von Jakob und Martin Zeiler. Erst bei den Vorbereitungen zum Fasching 1938 waren es die Bürger Georg Bachhuber und Fritz Dräxlmeier, die aus einigen Überlegungen heraus den Schlachtruf "TOLLEMOGEI“ (toller Montag Geisenhausen) formulierten und somit zugleich der Faschingsgesellschaft den Vereinsnamen gaben. Bis heute ist dieser Ausruf „Tollemogei“ im Fasching nicht mehr wegzudenken und Tausende von Faschingsbegeisterten, ja sogar auch Faschingsmuffel, lassen diesen Ruf in der fünften Jahreszeit über ihre Lippen kommen.
1938 bestiegen auch die ersten närrischen Hoheiten mit Prinz Josef I von Prößanta (Josef Prößl) und Gretilia I von Mäxldreier ( Gretl Drexlmeier) den Thron. Beide trugen prächtige Staatsgewänder und der Hofstaat mit Gefolge, sowie eine attraktive Garde standen dem allen nicht nach. Ein "Geisenhausener Zeppelin“ wurde nach dem großen Umzug am Rosenmontag gestartet und der Narrenball war ein weiterer Höhepunkt. Die sich anbahnenden Kriegsjahre legten leider auch die närrische Zeit im Tollemogeistaat lahm. Erst am 12. Januar 1955 konnten sich die Jungschützen in ihrem Herbergslokal, der Kellerwirtschaft in der Kirchstrasse, dazu entschließen, den Fasching in Geisenhausen wieder aufleben zu lassen. Kurzerhand wurde der Alldog von Roland Müller in einen Faschingswagen umfunktioniert und in Begleitung einer Faschingskapelle fuhr man am Rosenmontag durch die Strassen des Ortes und brachte Faschingsstimmung unter die Zuschauer. Bald darauf konnte das Faschingskomitee Albert Gaßner, von allen nur „Gidi“ genannt, zu ihrem ersten Präsidenten wählen. Unter seiner Regie blühte der Fasching in Geisenhausen so richtig auf und viele kleine und große Veranstaltungen hatten in den 50-er und 60-er Jahren seine Handschrift. 1956 fand der erste Umzug nach Kriegsende mit dem Motto: „Wiederaufrüstung“ statt. Das DIXI-Auto
wurde für 240,-- DM gekauft und ist heute noch als Präsidentenkarosse im Einsatz. Der Rosenmontag 1957 hatte das Thema: „Windstärke 15“ und der Rosenmontagszug war einer der schönsten im weiten Umkreis. „Oktoberfest im Tollemogeistaat“ war bereits ein Jahr darauf angesagt und bunte Faschingsabende mit der Kapelle Oßner und den Moritatensängern Gretl (Drexlmeier) und Tine (Pollner) waren ebenso gut besucht wie sämtliche Wirtshäuser, die man auf die Namen bekannter Brauereien umbenannte. Vor tausenden von Zuschauern startete man auf dem Sportplatz den von Heini Thoma konstruierten „Sputnik“. 1958 war es auch, als die Faschingsgemeinden „Schwanthaler“, „Bettlhöher“, „zur Schwemm“ und „zum scharfen Eck“ ins Leben gerufen wurden. Schützen-, Turner- und andere Vereinsbälle gaben in diesen Jahren viel Gesprächsstoff her. Die Tanzkapelle „Optimisten“, aber auch Gustl Lax, der exzellente Quetschenspieler in den schmusigen Bars, sorgten für eine Superstimmung auf den Tanzabenden. Erinnern werden sich noch viele an die Präsidentengarde 1960 und an den Skifasching am „Ritzerbuckl“ 2 Jahre danach. Das erste Nachkriegsprinzenpaar wurde 1964 mit Renate Neumeier und Heinz Saalmüller proklamiert. Enja Niermann hatte die Federführung für Garde und Elferrat übernommen. Ebenfalls unter ihrer Regie wurden die 3 Kinderprinzenpaare 1964/ 1965 und 1968 mit großem Eifer für die Auftritte trainiert. Die Bauernhochzeit 1966 - als Brautpaar grüßten Josef Gierster und Sepp Zettl – war ein so großer Erfolg, daß man diese nach 20 Jahren (1986) mit Hans Neumeier als Bräutigam und Toni Pollner als Braut einem großen Publikum nochmals präsentierte. „Alles für den Swimming-Pool“ war das Thema im Fasching 1967 und Bernd I von Uhranien (Bernd Grünberger) und Gabi I von der Kornburg (Gabi Schropp) schwangen das Zepter. In den 60-er Jahren mußte die „Tollemogei“ auch herbe Verluste ihrer Gründungsmitglieder hinnehmen. 1964 verstarb 2. Präsident Norbert Klammer, 1968 Wolfram Dettenhofer und im Dezember des gleichen Jahres schloß 1. Präsident Albert Gaßner seine Augen für immer. In den nachfolgenden Jahren übernahmen Bernd Grünberger, Erwin Folger, Toni Pollner und Martin Sedlmeier die Präsidentenposten. Von 1987 bis zur Neuwahl 1999 hatte Georg Eller mit Stellvertreter Wolfgang Grünberger die volle Verantwortung in Händen und nun sind Stefan Finkenzeller und Klaus Obermeier als Vize für den rührigen Verein zuständig. Große Themen waren immer ein Zugpferd bei der Faschingsgesellschaft, um Menschenmassen auf die Beine zu bringen und die Tanzsäle in der Faschingszeit zu füllen. Zigeunerfasching 1970 mit dem Herrscherpaar Uschi Mühlbauer und Gerd Dohnke, die „Nacholympischen Krämpfe 1973 und das „ Königreich“ 1976 mit „Schlauch I von der Lätschenburg“ (Ernst Eder) waren schöne und unvergessene Veranstaltungen. Aber auch weitere Prinzenpaare, Garden und Elferräte standen dem Verein zur Verfügung und gaben in der jeweiligen Session ihr Bestes. Zu 50 Jahre „Tollemogei“ im Jahre 1979 residierten Ihre Lieblichkeit „von Stich und Nadel“ (Marianne Maierhofer) und „Anton I von Textilonien“ (Anton Pollner). 1984 konnten Sylvia Hanke als „Sylvia I von der Hankeburg“ und Andreas Oberloher als „Andreas I von der Hochburg“ inthronisiert werden. 1989 traten ihre Tolletäten „Christine I von der Kracherlburg“ (Christine Zehetbauer) und Andreas II von Immobilien“ (Andreas Eller) die Regentschaft an. Als die „größte Schau der Welt“ erlebten die Akteure und Zuschauer einen Höhepunkt nach dem anderen. Das Prinzenpaar 1992 hieß „ Rupp I von Dixiland „ (Ruppert Grünberger) und „Uli I von Aspirinien“ ( Ulrike Brandlmeier). Unter dem Motto: „Eine Reise um die Welt“ wurden musikalisch und tänzerisch die fünf Erdteile besucht und Beifallsstürme waren der Lohn für die Aktiven . Am 11. 11. 94 wurde das 8. Nachkriegsprinzenpaar mit „Tom I von der Kramerburg“ (Thomas Maulberger) und „Manuela I von Taubenstein“ (Manuela Brams) auf den Thron gehoben. „Dschungelfieber“ im Tollemogeistaat hieß es in diesem Jahr und entsprechend fiel auch die Saaldekoration aus. Palmen, Grünpflanzen und Dschungeltiere zierten den Genossenschaftssaal und ein Einzug auf einem Elefanten brachte das Publikum nur noch zum Staunen. Für die Saison 97/98 hatten die Verantwortlichen „ Tollemogei – im Märchenland“ als Grundidee ausgegeben und „Eisprinzessin Sandra I“ (Sandra Thoma) und „Tom II von Diri-Dari“ erhielten von Bürgermeister Kammerer die Schlüssel überreicht. In dieser Saison verstarb unerwartet Ehrenpräsident Erwin Folger, der sich über viele Jahrzehnte um die „Tollemogei“ in den verschiedensten Positionen verdient gemacht hat. Erinnert sei auch an Max Reiser, der viele Jahre als Berichterstatter der „Tollemogei“ über alle Veranstaltungen für die Presse geschrieben hatte und im November 1996 dieser Welt für immer ade sagte. Es gäbe noch sehr viel zu erzählen über die div. Männerbalette, Bunten Abende, Faschingsmärkte, Seniorenfaschinge und von dem Seifenkistlrennen 1990. Für die Errichtung der Prinzenwägen stellten die Familien Josef und Wolfgang Grünberger immer ihre Werkstatt kostenlos zur Verfügung, damit man auch an den nasskalten Wintertagen dort die Gestaltung gut über die Bühne brachte. Wichtig waren zu allen Zeiten natürlich auch die Hofmarschälle, die als Zeremonienmeister durch die verschiedensten Programme führten. Diese Aufgabe hatten in den vielen Jahrzehnten inne: Anton Pollner sen., Erwin Folger, Kurt Beresowski, Bernd Grünberger und seit einigen Jahren Walter Deinböck jun., der jetzt die „Tollemogei-Raketen“ vom Publikum zu Ehren der Aktiven zünden läßt. Es war im Jahre 1990 als Präsident Eller eine Fotoausstellung im Rathaus unter der Schirmherrschaft von Bgm. Radspieler eröffnen konnte, bei der an über 1000 Fotos die Aktivitäten der Faschingsgesellschaft den vielen Besuchern nochmals in Erinnerung gebracht wurden. Wochenlang wurden in den Garagen der Fam. Toni Pollner die Vorbereitungen für diese einmalige Präsentation getroffen. Im „Tollemogei“-Kino konnte der Nachwuchs aus Geisenhausen an alten Filmen, Dias, sowie an Videovorführungen erfahren, was ihre Eltern und Großeltern in der Faschingszeit für tolle Ideen in die Wirklichkeit umsetzten. Seit dieser Zeit ist auch zum Faschingsbeginn am 11. 11. der Schwarz-Weiß-Ball der „Tollemogei“ fest in den Kalender geschrieben und jedes Jahr ist dieser Faschingsauftakt ein gesellschaftlicher Höhepunkt in unserem Markt. Mit auswärtigen Faschingsvereinen pflegt man ebenfalls seit einigen Jahren sehr gute Beziehungen. Hier ist vor allem die Verbindung mit der Narhalla, Vilsbiburg und der „Veitsgroma“-Zunft aus Traunstein zu nennen. Seit 1995 hat die „Tollemogei“ eine eigene Tanzgruppe die unter dem Namen „TOLLESHOWGEI“ vor das Publikum tritt und sogar eine Kindertanzgruppe, die sich als „TOLLESHOWKIDS“ immer wieder in die Herzen der Zuschauer tanzen. Um die weitere Zukunft der Faschingsgesellschaft braucht man also keine Sorge zu haben. Auch im nächsten Jahrhundert werden bestimmt viele in der fünften Jahreszeit vom „Bazillus Carnevalis“ befallen und manche Ideen werden der jüngeren Generation in der Faschingsgesellschaft einfallen, damit auch zukünftig zur Karnevalszeit der Schlachtruf „ TOLLEMOGEI“ nicht verstummen wird.